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Sind Sirenen noch zeitgemäß / erforderlich? Teil1 Teil2
Ihren Namen haben sie aus der griechischen Mythologie. Die Sirene, welches als weibliches Fabelwesen (Mischwesen aus ursprünglich Frau und Vogel, später auch Frau und Fisch) durch seinen betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockt, um sie zu töten.
Als betörenden Gesang kann man den Heulton der Feuerwehrsirenen wahrlich nicht bezeichnen, auch werden durch diesen keine vorbeifahrenden Fischer angelockt, sondern die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aufgefordert, das Gerätehaus aufzusuchen.Größtenteils finden die in unmittelbarer Nähe der Sirenenstandorte wohnenden Bürger diesen Ton als unzumutbare Belästigung. Seit ca. 1925 hat unsere Freiwillige Feuerwehr eine elektrisch betriebene Sirene zur Alarmierung ihrer Einsatzkräfte. Genaue Unterlagen liegen hierzu leider nicht vor. Parallel zu dieser Alarmierungsmöglichkeit wurde noch lange Zeit die Dampfpfeife der Fa. Schlobach in der Auenstraße verwendet. Erst mit dem „Neuaufbau des Feuerlöschwesens“ im Jahre 1936, hier wurde die Feuerwehr der Ortspolizei unterstellt, wurden einheitliche Sirenentöne zur Warnung der Bevölkerung eingeführt. In dieser Zeit wurde auch das Netz der öffentlichen Sirenen unter dem Gesichtspunkt des „Luftschutzes“ erweitert und ausgebaut. Es gab eine zentrale Alarmierungsmöglichkeit über die Polizei. Auch viele Betriebe und Unternehmen schafften sich Sirenen für die Warnung oder Alarmierung ihrer Beschäftigten an. Teilweise wurde auch Arbeitsbeginn und –ende damit kund getan.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden viele Sirenen abgebaut bzw. stillgelegt oder einfach nicht mehr genutzt. Für unsere Wehr stand die Sirene auf dem Dach der Schule in der Pestalozzistraße zur Verfügung. Diese konnte von Anfang an nur von den Feuermeldestellen ausgelöst werden. Die Feuermeldestellen waren unser Gerätehaus in der Bielastraße 22, welches mit einem öffentlichen Melder ausgestattet war. Als weitere Feuermeldestellen waren die Wohnungen der Wehrleiter, das Gemeindeamt und die Polizeistation festgelegt. Diese Gebäude waren mit einem Schild „Feuermeldestelle“ gekennzeichnet. Um die Alarmierung in Gang zu bringen waren elektrische Steuerleitungen erforderlich. Diese wurden in Form einer Freileitung in unserem Ort installiert. Eine Nutzung der öffentlichen Telefonleitung war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Die Verlegung erfolgte im Wesentlichen an den Fassaden der Wohnhäuser in Höhe der Dachgauben. Teilweise sind noch einzelne Isolatoren zu sehen. Die Leitung bestand aus unisolierten Kupferdraht in relativ geringer Stärke. Sie verlief vom Gerätehaus in der Bielastraße zum Grundstück Bielastraße 21, von dort über den Hof der Grundstücke Heinrich-Heine-Straße 52/54.
 Die Sirene in der Oberen Mühlenstraße
Hierzu war ein Holzmast auf dem Trockenplatz im Hof aufgestellt. Vom Grundstück Heinrich-Heine-Straße 50 ging diese Leitung weiter zur Nummer 48 (Sternburgecke) und dann in die heutige Südstraße in Richtung altes Gemeindeamt. Auf der linken Seite (gerade Hausnummern) verlief diese Leitung bis zur Leipziger Straße, querte diese und endete im alten Gemeindeamt. In der Pestalozzistraße, Hausnummer 32, war eine weitere Feuermeldestelle, von dort ging die Leitung bis zur Südstraße, wo diese sich vereinigten. Eine weitere Feuermeldestelle war die ehemalige Polizeistation in der Heinrich-Heine-Straße (Villa bei dem Dieselmotorenwerk – heute Parkplatz ALDI). Von dort ging ebenfalls eine Freileitung in Richtung Südstraße, welche sich an der Sterburgecke vereinigten. Von der Feuermeldestelle im Gemeindeamt ging nun eine Leitung direkt zur Sirene auf dem Dach der Schule. Auch hier war der Verlauf sehr interessant. Vom Hof des Gemeindeamtes verlief die Leitung über Holzmasten durch die Gärten bis zur Leipziger Straße. In Höhe der jetzigen Sparkasse (damals Fleischerei Weise) wurde die Leipziger Straße wieder gequert. Vom Gebäude der Sparkasse verlief die Leitung durch den Bielagarten, hierzu waren wiederum Holzmasten aufgestellt. Von dort zum Wohnhaus der Fa. Käse-Lehmann und dann direkt zur Schule. Die Leitung war allen Witterungsunbilden ausgesetzt und bei starkem Wind konnte es schon mal passieren, dass sich die Drähte berührten.
Da lief die Sirene an, aber verstummte meist sofort. Anders war es bei starken Regen, da lösten Kurzschlüsse öfters die Sirene aus. Diese lief dann meist sehr lange, bis ein Verantwortlicher die Sicherungen in der Schule entfernte. Das Alarmierungssignal für unsere Feuerwehr war damals noch 3 min Dauerton. Da hier keine Zeitschaltuhr oder ähnliches vorhanden war, lief die Sirene meist bis alle Kräfte da waren und das Fahrzeug ausrückte. Manchmal wurde auch das ausschalten vergessen, dann lief diese, bis die Kräfte wiederkamen.
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